Löss in Süddeutschland – Entstehung und Charakteristika

 

Entstehung

Der Löss in Süddeutschland entstand in der letzten großen Eiszeit (Pleistozän), als feinkörniges Sediment wurde er manchmal bis zu mehreren Metern Mächtigkeit abgelagert. Der Ursprungsort des Ausgangsmaterials sind die Alpen. Das Schmelzwasser der Gletscher floss durch den Rhein und transportierte Gesteinsmaterial in verschiedenen Größen mit sich: von größeren Geröllen und Blöcken bis hin zu feinen Tonen. Dabei wurde durch fluviale Ersosionsprozesse das Gesteinsmaterial weiter zerkleinert.

In den trockeneren Jahreszeiten führte der Rhein weniger Wasser (und hatte damit auch eine geringere Transportkraft). Große Bereiche des Flussbettes mit einer Menge des mitgeführten Materials in allen Korngrößen lagen offen und waren weder von Vegetation noch von Wasser bedeckt. So konnte der Wind das leichtere Material zwischen den schwereren Geröllen und Kiesen ausblasen. Der schwerere Sand verblieb als Sanddünen in der Rheinebene (heute noch z.B. in Sandhausen erhalten), das leichtere Material (mit der Korngröße „Schluff“) wurde von den vorherrschenden Westwinden als Löss an den Hängen der Bergstraße abgelagert. Im Kraichgau (geologisch gesehen eine Mulde zwischen Odenwald und Schwarzwald) blieb er in mehreren Metern Mächtigkeit liegen.

„locus typicus“

Der Haarlass hat wissenschaftlich eine große Bedeutung für den Löss: hier wurde der Löss zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieben (locus typicus).

Der Begriff „Löss“ wurde 1823/24 von einem Heidelberger Universitätsdozenten aus dem nordbadischen Dialekt (mundartlicher Ausdruck „Loesch“) entlehnt und in die wissenschaftliche Literatur eingeführt.

Charakteristika des Löss

In der Bodenkunde unterscheidet man zwischen den Korngrößen Sand, Schluff (auch Silt) und Ton.

Löss hat die Korngröße von Schluff. Sie selbst können dies nachweisen, indem Sie etwas Löss zwischen den Fingern reiben: dann bleibt der Schluff zwischen den Fingerrillen haften,  Sand wäre zu groß. Ein stark tonhaltiger Boden kann einfach nachgewiesen werden, wenn sich das Material zu einer kleinen Rolle formen lässt (je feiner, desto tonhaltiger). Übrigens: Sandkörner knacken zwischen den Zähnen, Schluffe und Tone nicht.

Durch den Windtransport wurde der Löss homogen abgelagert. Charakteristisch ist auch der hohe Kalkgehalt von 8 bis 20 %. Bei der Verwitterung und der Bodenbildung tritt eine Entkalkung ein, die zu Kalkkonkretionen führt. Diese Konkretionen werden als „Lößkindl“ bezeichnet.

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